Das kleine JA

Ein kleines JA ist mir zugeflogen.
Mitten in der Nacht.
Erst hielt ich es für ein gefährliches Raubtier, ein Monster oder einen Geist und ich schickte die Angst voraus um nachzusehn.

„Es ist nur ein jämmerliches, kleines JA!
Damit kann ich nichts anfangen“,
sagte die Angst enttäuscht und ging.

Ich aber näherte mich dem JA.
Es sah wirklich erbärmlich aus wie es da in der Ecke saß.
Voller Schmutz, verklebt und zitternd.
Ich streckte ihm meine Arme entgegen.
Ganz vorsichtig und leise.
Da reckte es sich und sprang blitzschnell auf meine Hand.
Ich nahm meine zweite Hand hinzu und umschloss es sanft.
Ich trug es in mein Haus.
Ich wusch es mit warmem Wasser,
ich entfernte Läuse und Zecken
und ich bürstete ihm das Fell.
Ich kochte ihm Haferbrei und dann nahm ich es mit in mein Bett.

In dieser Nacht bin ich mit dem JA eingeschlafen.
Und als ich am nächsten Morgen aufwachte-
war es immer noch da.
Von da an lebte ich mit dem JA.
Ich hielt es warm wenn es fror, ich fütterte und streichelte es.
Ich sang ihm etwas vor wenn es nicht einschlafen konnte
und wenn es sich fürchtete dann nahm ich es in den Arm.
Und so wurde mit den Jahren aus dem kümmerlichen, kleinen
ein großes, starkes JA.
Ein unbedingtes, ein kräftiges und lautes JA.
Ein JA zum Leben.

2 Kommentare zu „Das kleine JA“

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