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und das Leben

Das Leben hat mich zerbrochen.
Aufgebrochen.
Es hat bei mir eingebrochen.

Ich habe es auf frischer Tat ertappt.
Da hat es sich im Klo eingeschlossen.
Ich stand vor der Tür die ganze Nacht.
Ich habe geschimpft, gebettelt und gefleht.

„Komm doch heraus Leben!
Nun sei doch nicht so!
Wir können über alles sprechen!“

Das Leben blieb stumm und verhalten.
Nicht einen einzigen Ton habe ich gehört die ganze Nacht.

In den frühen Morgenstunden, endlich, öffnete es die Tür.

Nun steht es vor mir.
Mit trotzigem Gesicht und verheulten Augen.

„Du hast es nicht anders gewollt“, sagt es.

Und ich nehme es, wie ein wütendes, kleines Kind auf den Arm
und trage es wiegenden Schrittes durch den Flur.

„Schön, dass du wieder da bist!“, flüstere ich.

Und es ist alles.
Vergeben und vergessen.

Kinderkram

Denk dir nur, die Zeit hat angehalten,
in der Welt der Fantasiegestalten.

Dort leben Pippi, Pumuckel und Co. immerdar und immerfroh.
Es ist noch alles so geblieben, wie es vor 70 Jahren beschrieben.

Und auch ein kleines Kind lebt dort, an diesem wunderschönen Ort.
Es sagt:“Ich will niemals erwachsen werden
und zum Schluß womöglich sterben!“.

„Nun gut, dann bleib für immer Kind“, flüstert da der Sommerwind.

Genauso ist’s dann auch gescheh’n –
man kann es heut‘ noch spielen seh’n.

Es ist halt niemals groß geworden- kleine Welt und kleine Sorgen.

Auch ich bin manchmal zu Besuch, in der Welt im Bilderbuch.
Und abends, nach dem Abenteuer, sitzen wir am Lagerfeuer.
Dann werd‘ ich müd‘ und leg‘ mich hin
und wach‘ erst auf wenn ich erwachsen bin.